Rosenschnitt im Sommer: Der Zeitpunkt entscheidet über die zweite
Der Sommer ist die Jahreszeit, in der viele Rosen ihren ersten großen Blütenflor bereits hinter sich haben. Wer jetzt nicht zur Schere greift, riskiert, dass die Pflanze ihre Energie in die Samenbildung steckt, statt neue Knospen auszubilden. Der richtige Moment für den Rückschnitt liegt genau zwischen dem Verblühen der ersten Blüten und dem Beginn des zweiten Austriebs. Wer zu spät schneidet, entfernt bereits angelegte Blütenknospen für die zweite Blüte. Wer zu früh schneidet, nimmt der Rose die Möglichkeit, noch einmal kräftig auszutreiben. Entscheidend ist also nicht der Kalendertag, sondern der Zustand der Pflanze.
Ein häufiger Fehler besteht darin, nur die verwelkten Blütenköpfe abzuknipsen und den Rest der Pflanze unberührt zu lassen. Das reicht bei vielen Sorten nicht aus, um einen zweiten Flor anzuregen. Wichtiger ist der Schnitt bis zum ersten voll ausgebildeten Blatt unterhalb der Blüte, denn genau dort sitzen die schlafenden Augen, aus denen neue Triebe entstehen. Wer unsicher ist, wo genau die Schere angesetzt werden muss, findet beim Verblühte Rosen ausputzen eine genaue Anleitung, die den Unterschied zwischen einem sauberen Schnitt und einem bloßen Zupfen erklärt. Ein unsauberer Schnitt hinterlässt Quetschungen, die Pilzen und Schädlingen den Weg öffnen.
Der zweite Blütenflor fällt bei vielen Rosen je nach Sorte und Region unterschiedlich aus. Öfterblühende Sorten wie Strauch- oder Beetrosen bilden nach dem Sommerschnitt zuverlässig neue Knospen, während einmalblühende Sorten wie viele Wildrosen oder historische Rosen nach dem ersten Flor keine zweite Blüte mehr ansetzen. Bei diesen Sorten dient der Schnitt im Sommer vor allem der Form und der Gesundheit der Pflanze, nicht der Blütenförderung. Wer das verwechselt, wartet vergeblich auf einen zweiten Flor und schneidet im schlimmsten Fall die Anlagen für das nächste Jahr weg.
Nach dem Schnitt braucht die Rose ausreichend Wasser und je nach Boden einen ausgewogenen Dünger, aber keine übermäßige Stickstoffgabe. Zu viel Stickstoff fördert weiche Triebe, die anfällig für Rosenrost und Mehltau sind. Ein sonniger Standort mit guter Luftzirkulation bleibt die beste Vorbeugung gegen Pilzkrankheiten. Wer die Schere regelmäßig desinfiziert, verhindert die Übertragung von Erregern von einer Pflanze zur nächsten. Der Sommerschnitt ist also kein einmaliger Akt, sondern Teil einer Pflegeroutine, die über den gesamten Sommer hinweg auf die Bedürfnisse der Rose abgestimmt sein muss.